Wir sprechen darüber!


Es gibt Themen, über die wird nicht gerne und nicht oft gesprochen. Sie sind schambesetzt und werden - aus den verschiedensten Gründen- tabuisiert. Ein Ziel unseres Verein ist es, diese Themen öffentlich zu machen. Aufzuklären und zu enttabuisieren. Sobald man sich traut, darüber zu sprechen, stellt sich oft heraus, dass sehr viele Menschen betroffen sind. Sich mit ihnen auszutauschen kann ungemein entlastend wirken, gegenseitige Unterstützung nährend und stärkend sein.


 

 

 

Sehr viele Menschen wünschen sich, Eltern zu werden. Manche Menschen gebären ihre Kinder. Andere Menschen geben Kindern ein Zuhause, deren leibliche Eltern nicht für sie sorgen können. Pflegeeltern sind heiß begehrt und doch gibt es viel zu wenige davon. Wir haben Manuela Morawetz zum Thema befragt!

Manuela, was war euer Grund, euch für die Aufnahme eines Pflegekindes zu interessieren?

Unser Kinderwunsch blieb unerfüllt, also wählten wir diesen Weg.

 

Was empfiehlst du Menschen, die darüber nachdenken, ein Pflegekind aufzunehmen?

Es wäre gut, eine Pflegeelternrunde zu besuchen, um sich mit anderen Pflegeeltern auszutauschen und zu hören, "wie es wirklich rennt". In NÖ gibt es in jedem Bezirk so eine Austausch-Runde und auch bei jeder Bezirkshauptmannschaft kann man Erkundigungen einholen. Pflegeeltern zu werden ist ein Abenteuer! Man sollte bereit sein, sich mit mit Haut und Haaren darauf einzulassen und durch Höhen und Tiefen zu gehen.

 

Es heisst ja "Pflegekind". Bedeutet das, dass man das Kind nach einer gewissen Zeit wieder ab-, bzw. zurückgeben muss?

Nein! Ein Pflegekind aufzunehmen heißt grundsätzlich, einem Kind langfristig ein intaktes Familienleben zu bieten unter Achtung der Bindung an seine leiblichen Eltern.

 

Gibt es bestimmte Voraussetzungen die man mitbringen muss, um Pflegeeltern zu werden?

Es wird medizinisch und psychologisch überprüft, ob man dafür geeignet ist. Wichtig ist auch, dass die Familie ein gesichertes Einkommen hat und man muss bereit sein, mit der Kinder- und Jugendhilfe der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft zusammenzuarbeiten. Gibt es bereits Kinder in der Familie, sollte das jüngste in der Familie lebende Kind mindestens drei Jahre alt sein. Außerdem ist es hilfreich, geduldig zu sein und Freude am Umgang mit Kindern zu haben.

 

Welche Arten von Pflegeeltern gibt es?

Es gibt einerseits die Langzeitpflegeltern, das sind Menschen, die sich dauerhaft um ein Kind kümmern, also über Jahre, bzw. bis zur Volljährigkeit des Kindes.

Dann gibt es noch die sogenannten "Krisenpflegeeltern". Das sind Menschen, die sich um Kinder in akuten Krisensituationen kümmern, die akut aus ihrer Familie genommen werden müssen. Sie begleiten diese Kinder dann über wenige Wochen oder Monate. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Kinder dann entweder wieder in ihre Familie rückgeführt oder kommen zu Langzeitpflegeeltern.

 

Gibt es die Möglichkeit, sich unverbindlich mit anderen Pflegeeltern zu unterhalten und Fragen zu stellen, um mehr darüber zu erfahren?

Ja, in jedem niederösterreichischen Bezirk findet einmal im Monat eine sogenannte "Pflegeelternrunde" statt. Informationen darüber bekommt man entweder bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, bei der Peter Pan Pflege und Adoption in NÖ G.m.b.H. oder man schreibt eine email mit seinen Fragen an mich!

 

 

Termine für die Pflegeelternrunde in Waidhofen/Thaya folgen in Kürze!



Depression kann tödlich sein. Depression kann jede*n treffen. Depression zerreißt Familien!

 

 

Wenn das geschieht, bricht für Angehörige eine Welt zusammen…

 

Der Verein „Eltern werden Eltern sein“ unterstützt diesmal einen Mann und seine beiden kleinen Kinder. Durch eure Geldspende verschaffen wir ihnen Zeit, um durchzuatmen und die Zukunft neu zu planen. Ohne Mutter. Ohne Frau.

 

 

Spende auch du. Jeder Euro zählt!

Februar 2020: angeregt unterhalten sich einige Frauen, die an diesem Tag gemeinsam mit ihren Babys zu unserem Elterncafé nach Weitra gekommen sind. Sie plaudern, scherzen und lachen miteinander. Szenen glücklicher Menschen.

 

November 2020: Mein Telefon klingelt, ich hebe ab. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine Bekannte aus der Region. Mit tonloser Stimme beginnt sie zu erzählen. Ihre Ergriffenheit und Bestürzung ist für mich sogar durch das Handy spürbar. Eine Frau vom Elterncafé im Februar, eine, die dort inmitten unseres Kreises saß, ist tot. Sie war an einer Depression erkrankt und sah keinen anderen Ausweg, als ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie lässt neben ihrem Lebensgefährten und zwei kleinen Kindern viele Menschen zurück, die sie schmerzlich vermissen.

 

Ich beende das Telefonat und versuche, mich an den Tag im Februar zurückzuerinnern. Hätte ich etwas bemerken können? Bemerken müssen? Nein, aus meiner Sicht war alles völlig unauffällig. Ich weiß: Durch die gesellschaftliche Stigmatisierung versuchen Betroffene, den Schein so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Um nicht aufzufallen, aus Scham. Das kostet unendlich viel Kraft.

 

Bei der Depression handelt es sich um eine ernste Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst, mit Störungen von Körperfunktionen einhergeht und erhebliches Leiden verursacht. Selten ist diese Erkrankung auf den ersten Blick erkennbar und doch weilt sie mitten unter uns. Kaum jemand spricht offen darüber.

In einer Gesellschaft, die die Frage „Wie geht’s?“ als Begrüßungsfloskel im Vorbeigehen und ohne tieferes Interesse am Gegenüber verwendet, ist es schwer, sich zu öffnen. Darüber zu sprechen, wie man sich tatsächlich fühlt. Dass man vielleicht morgens kaum aus dem Bett kommt und sich überwinden muss, für die Familie da zu sein. Oder, dass jemand den ganzen Tag sehr beschäftigt ist. Von Termin zu Termin hetzt, lange Spaziermärsche unternimmt, ständig in Bewegung ist. Nur kein Stillstand, denn die Stille ist nicht zu ertragen. Mit der Stille kommen die Gedanken und die Gefühle. Angst, Trauer, Schuld, Scham und Leere zu spüren, obwohl man „doch eigentlich keinen Grund dafür hat“ und „glücklich sein könnte“ ist gesellschaftlich tabuisiert und damit nur schwer besprechbar.

 

In Österreich leiden 5,1% der Menschen aktuell an einer Depression. Das schätzt zumindest die WHO. Die tatsächlichen Zahlen sind mit großer Wahrscheinlichkeit viel höher. Depressionen, bzw. psychische Erkrankungen allgemein, sind immer noch stark tabuisiert. Es ist ein mit Scham und Schuld besetztes Thema. Das erschwert es Betroffenen, sich zu öffnen und sich anderen mitzuteilen. Dabei gibt es keine „Schuld“. Eine Depression kann jede*n im Laufe eines Lebens - im Laufe DEINES Lebens - treffen. Manchmal in Folge eines erschütternden Lebensereignisses, oft scheinbar grundlos.

Wichtig ist, dass niemand allein gelassen wird! Als Gesellschaft tragen wir Verantwortung für unsere Mitmenschen. Jede*r Einzelne von uns. Nun ist es unsere Mitverantwortung, die Familie der Frau, die einst im Februar mit ihrem Baby in unserem Kreis saß, zu unterstützen! Diese Menschen müssen ihr Leben neu ordnen, organisieren und ausrichten. Eine Zukunft planen, die momentan noch unvorstellbar scheint. Durch die finanzielle Entlastung schenken wir dem Vater und den Großeltern Raum zum Durchatmen und Überlegen, Zeit die Kinder im Arm zu halten und die Möglichkeit, innezuhalten, um zu spüren, was sie selbst und die Kinder für eine glückliche Zukunft brauchen. Jeder Euro hilft, jeder Euro kommt unmittelbar dieser Familie zugute!

 

************************************************************************************************************************

Spenden können auf das Konto "Eltern werden, Eltern sein" mit dem IBAN AT17 2027 2000 0085 1295 mit dem Kennwort "Familie" überwiesen oder via paypal-Direktüberweisung an mail@ewesw4.at, Kennwort "Familie" gesendet werden.

************************************************************************************************************************

Das Wichtigste ist, dass niemand allein gelassen wird!

 

Was du tun kannst...

 

wenn du bemerkst, dass es einer Person aus deinem Umfeld nicht gut geht, sie vielleicht sogar depressiv ist?         

       

  • Nimm dir Zeit
  • Berichte ihr/ihm von deinen Beobachtungen
  • Frage sie/ihn, wie es ihr/ihm geht
  • Höre zu und signalisiere deine Unterstützung

 

Hier findest du Hilfe & Information:

Depression in der Schwangerschaft und nach der Geburt:

 


Teile diesen Artikel und hilf´ so mit, die Reichweite zu erhöhen.

Jede Spende geht direkt an die `Familie der im Artikel beschriebenen Frau!